Alice, Arcor und die Deutsche Telekom schicken in Deutschland Programme über Breitband ins Wohnzimmer. Die WELT hat die Dienste getestet. Ergebnis: Fernsehen über das Internet ist besser als sein Ruf. Aber längst noch nicht gut genug
Egal, ob mit der Nase am Bildschirm oder aus fünf Metern Entfernung: Caren Miosga sieht überall gleich aus. Betrachtet man die Tagesthemen-Moderatorin nun im Kabel-TV, Satellitenfernsehen, digitalen Antennenfunk oder über das Breitband-Internet - kein Unterschied. Deswegen soviel vorweg: Wer nur Fernsehen will, kann bei dem bleiben, was er hat.
Wer allerdings mehr will, sollte zumindest einmal einen Blick in das "neue Zeitalter des Fernsehens" werfen, wie es Telekom-Festnetzchef Timotheus Höttges ausdrückt. Drei Telekommunikationsgesellschaften bieten in Deutschland Fernsehen über das Breitband-Internet an: die Deutsche Telekom, Arcor und Alice. Jeder dieser Anbieter steht vor demselben Problem: Wie verkauft man etwas, das alle schon längst haben? Mehr bieten, heißt es unisono bei den Neulingen im TV-Geschäft. Der große Vergleich der WELT-Redaktion hat allerdings ergeben: Das stimmt nur bedingt.
Verfügbarkeit
In jedem Fall ist das Einrichten eines Internet-TV-Anschlusses im Vergleich zum Kabelfernsehen höchst kompliziert. Nach der Bestellung klingelt irgendwann der Paketdienst mit einem großen Karton an der Tür. Die Zeit zwischen dem ersten Anruf und der Lieferung kann sehr stark variieren. Denn wer seine Programme über das Internet beziehen will, der braucht eine sehr schnelle Leitung. Eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von sechs Megabit (MB) pro Sekunde müssen es bei Arcor schon sein, das Telekom-Angebot erfordert sogar 16 MB pro Sekunde.
Für viele ist das bereits das erste Problem. Aus Gründen der mangelnden Verfügbarkeit kann derzeit nur jeder zweite Haushalt in Deutschland das Angebot der Telekom nutzen, bei Alice sind es nur zehn Millionen Haushalte, und der Arcor-Wirkungskreis ist noch kleiner. Doch alle Anbieter haben Besserung angekündigt. Übrigens kann ein Telekom-Kunde kein Alice-Fernsehen und ein Alice-Kunde kein Telekom-TV empfangen. Hier gilt: alles oder nichts. Telefon-, Internet- und TV-Anschluss müssen von einem Anbieter sein.
Installation
Ist das Paket angekommen und geöffnet, offenbaren sich ein Router mit Modem, eine Settop-Box und diverse Kabel. Bei Alice liegen außerdem noch zwei kleine Boxen dabei, ein Splitter und eine sogenannte NTBA. Das sieht alles schlimmer aus, als es ist. Splitter und NTBA werden nur benötigt, wenn noch kein DSL-Anschluss eingerichtet ist. Wer bereits im schnellen Internet surft, kann die beiden Geräte auf den Dachboden stellen und vergessen.
Allen Paketen liegen Erklärungen mit eindeutigen Zeichnungen bei. Das Modem muss zur einen Seite mit dem DSL-Anschluss und zur anderen Seite mit der Settop-Box verbunden werden. Die Settop-Box hingegen wird über ein Scart-Kabel an den Fernseher angeschlossen. Werden nun alle Geräte mit Strom versorgt und angestellt, blinken sie einige Minuten hektisch und anschließend erscheint die Willkommensseite auf dem Fernseher. Das ist natürlich nur im besten Fall so, in unserem Test hat es funktioniert. Ist dies nicht der Fall, gibt es Hilfe bei der Telefonhotline der Anbieter. Lässt sich bei Arcor ein Problem auf diese Weise nicht lösen, kommt der Techniker ohne Zusatzkosten ins Haus. Bei der Telekom werden dafür knapp 50 Euro berechnet. Alice bietet diesen Service gar nicht an.
Wer seinen Fernseher und DSL-Anschluss nicht im selben Raum hat, muss improvisieren, um mehrere Meter und einige Wände zu überbrücken. Entweder verlegt man auf diese Entfernung das Kabel oder man sendet die Daten schnurlos. Die Telekom bietet zu diesem Zweck für knapp 200 Euro eine Wlan-Brücke an. Arcor und Alice empfehlen Powerline-Adapter, die einfach die Daten über die Stromsteckdosen leiten. Ein Doppelpack dieser Adapter ist im Handel für rund 80 Euro zu bekommen. In unserem Fall, eine Berliner Altbauwohnung, hat das einwandfrei funktioniert. Je nach Alter und Zustand der Elektrik des Hauses muss das aber nicht so sein.
Fernsehen
Die Skepsis in Sachen Bildqualität ist schnell widerlegt. Die Sender sind bei allen Anbietern gestochen scharf. Die Umschaltzeiten sind überall länger als im TV-Kabel. Bei der Telekom geht es mit etwa einer Sekunde am schnellsten. Bei Alice kann es auch mal zwei bis drei Sekunden dauern. Mit Web-TV im Browserfenster hat das nichts mehr zu tun. Wir haben zwar bei allen Anbietern einen kurzen Bildaussetzer erlebt. Doch das passiert an einem Fernsehabend nur zwei- bis dreimal und dauert meist nicht länger als eine Sekunde.
Wer bisher im Kabelfernsehen nur bis Kanal 30 zappen konnte, darf jetzt aus dem Vollen schöpfen. Denn bei der Zahl der Sender klotzen die Internet-TV-Anbieter alle, am meisten die Deutsche Telekom. Ihr Angebot ist nicht nur größer als das der DSL-Konkurrenten, sondern auch üppiger als die digitalen Bouquets von TV-Kabelnetzbetreibern wie Kabel Deutschland, Ish/Iesy oder Kabel Baden-Württemberg. Dafür ist es aber auch in der Basisversion zehn Euro teurer als Arcor oder Alice.
Fraglich ist, wer 50 bis 60 Sender (Arcor und Alice) oder sogar 100 Sender (Telekom) braucht. Die Option, zwischen Moral ("Bibel-TV") und Genuss ("Wein-TV") zappen zu können, mag ja noch das wirkliche Leben widerspiegeln. Doch eine surrealistische Note bekommt das "Fernsehen der Zukunft", wenn WDR 3 - selbst schon Regionalfernsehen - noch einmal in fünf Lokalvarianten abrufbar ist. Wer in Hagen ansonsten gezwungen ist, WDR 3 mit Lokalinfos aus dem Großraum Dortmund zu schauen, kann beim Internet-Fernsehen der Telekom nun auch über Nachbars Zaun nach Essen oder Bielefeld gucken. Der Nutzen der Programmvielfalt ist also begrenzt.
Pay-TV
Alle Anbieter bieten 40 bis 50 zusätzliche Programme, die aber in kleinere Pakete geschnürt und für Gebühr extra abonniert werden müssen. Die monatlichen Preise dafür schwanken von 2,99 Euro für Musiksender bis zu 15 Euro für Entertainment-Pakete mit Filmen und Erotik. Die Telekom bietet sogar die Bundesliga für vier Monate kostenlos an, danach werden zehn Euro monatlich fällig. Arcor und Alice bieten keinen Fußball. Auch bei Alice ist das Entertainment-Paket für die ersten sechs Monate frei. Wer auf Programme zugreifen will, die nicht für Jugendliche geeignet sind, gibt eine Geheimzahl ein, die per Einschreiben persönlich entgegengenommen werden muss.
Filme auf Abruf
In der digitalen Videothek sind die Unterschiede zwischen den Anbietern am größten. Das schmalste Angebot findet sich bei Arcor mit 500 Titeln, von denen viele Dokumentationen sind. Alice bietet immerhin mehr als 1000 Titel, die Telekom hat doppelt so viele. Die neusten Kinofilme sucht man überall jedoch vergeblich. In der Verwertungskette der Hollywood-Studios kommen die Internet-Fernsehanbieter sehr weit unten und zeitlich erst nach der Videothek. Je nach Art und Alter der Filme kosten sie zwischen 90 Cent und 5,90 Euro. Das Abrufen per Fernbedienung ist denkbar einfach. Schon nach wenigen Sekunden startet der Film bei allen Anbietern in guter Qualität. Als Willkommensgeschenk dürfen Nutzer bei Alice in den ersten sechs Monaten 50 Filme kostenlos ansehen. Nur die Telekom bietet derzeit 200 hochauflösende Filme an. Dafür benötigt der Nutzer jedoch eine besonders schnelle Internet-Leitung (VDSL), die je nach Geschwindigkeitsvariante noch einmal zehn bis 15 Euro teurer ist als das Basispaket.
Aufnahme
Geht es darum, Filme digital aufzunehmen, überlassen Arcor und Alice der Telekom das Feld. Die Settop-Box der Telekom verfügt als einzige über eine eingebaute, 160 Gigabyte große Festplatte, die wie ein Videorekorder funktioniert: Bei laufendem Programm sind sogar bis zu zwei Aufnahmen gleichzeitig möglich. Insgesamt kann die Box mehr als 110 Stunden Fernsehprogramm aufnehmen. Übrigens können weitere Familienmitglieder dabei immer noch durch das Internet surfen, weil die durch den DSL-Anschluss geleiteten TV-Signale nicht als "Bit-Bremse" wirken. Die Festplatte weist freilich auch die bei DVD-Rekordern längst übliche "Timeshift"-Funktion auf, mit der sich eine Sendung des aktuellen Fernsehprogramms stoppen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abspielen lässt.
Bedienbarkeit
Hier haben alle Anbieter Stärken und Schwächen. Nutzer finden sich bei Arcor schnell zurecht, weil das Produkt noch sehr eingeschränkte Funktionen hat. Farbtasten auf der Fernbedienung führen schnell zu den Hauptmenüs, zum übersichtlichen Programmguide, zum Bezahlfernsehen oder in die Videothek. Beim Umschalten verrät der zuerst kommende Ton, dass gleich ein Bild folgt. Auch Alice arbeitet mit Farbtasten auf der Fernbedienung. Die Taste "Internet" ist allerdings nicht belegt und deutet wohl eher auf zukünftige Funktionen hin.
Der Alice-Programmguide ist allerdings nur bedingt brauchbar. Die Schrift ist von der Wohnzimmercouch kaum noch zu lesen, Filmtitel werden abgeschnitten, wenn sie zu lang sind. Dafür reagiert bei Alice die Settop-Box unverzüglich auf die Befehle der Fernbedienung. Das ist bei der Telekom nicht immer der Fall. Vor allem, wenn man zwischen verschiedenen Menüpunkten hin- und her springt, gibt es auch mal sekundenlange Verzögerungen. Überhaupt ist die Bedienung unübersichtlicher, wohl nicht zuletzt weil die Box deutlich mehr Funktionen liefert. Im Grunde genommen ist sie ein Computer.
Als einzige Box hat das Alice-Gerät sogar noch einen Empfänger für das digitale Überallfernsehen DVB-T eingebaut, das in vielen Regionen mehr als 25 TV-Programme über die Antenne empfangen kann. Leider ist diese Funktion aus zwei Gründen unbrauchbar. Zum einen ist sie nirgendwo dokumentiert, die meisten Nutzer erfahren also gar nichts davon. Zum anderen empfängt die Box nur DVB-T, wenn die Internet-Verbindung unterbrochen ist. Doch selbst dann ist der Einsatz äußerst mühsam, weil der Empfänger nach jedem Neustart mehr als zehn Minuten braucht, um DVB-T-Sender zu suchen. Bei den meisten Nutzern wird er eh keine Programme finden, weil ohne entsprechende Aufklärung niemand eine Antenne an die Box anschließt.
Fazit
Internet-Fernsehen in Deutschland ist besser als sein Ruf, zugleich aber noch weit davon entfernt, seine Vorteile auszuspielen. Einen ersten Eindruck, was über das normale Fernsehen hinaus alles noch möglich ist, bietet im Grunde nur der Entertain-Dienst der Deutschen Telekom - nicht zuletzt, weil die Box aufgrund ihrer Festplatte dazu in der Lage ist. Zeitversetztes Fernsehen und eine komfortable Aufnahmemöglichkeit ist ein Muss für Internet-TV und ein echter Vorteil gegenüber herkömmlichem Fernsehen. Allerdings lassen sich diese Funktionen auch mit einem Festplattenrecorder am Kabel-TV-Anschluss ausführen.
Einfach nur mehr Programme anzubieten, reicht eben nicht. Der normale Zuschauer konzentriert sich sowieso nur auf sieben Sender. Ein digitales Film- und Videoarchiv hingegen ist schon eher überzeugend. Wer allerdings die Auswahl einer Videothek gewohnt ist, wird derzeit enttäuscht.
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Donnerstag, 6. März 2008
Montag, 3. März 2008
Die Pornos unserer Jugend – das Maß der Dinge
Es ist ja nicht alles schlechter als früher. Das Erotikangebot im TV-Spätprogramm beispielsweise ist viel befriedigender als zur Zeit seiner Jugend, meint unser Kolumnist. Er hat sich im Nachtprogramm umgeschaut und begibt sich auf eine sentimentale Zeitreise von hart nach zart.
Endlich bin ich wieder der Herr über die Fernbedienung. Weil meine neue Tochter nicht so viel vom Schlafen hält, haben meine Frau, meine Schwiegermutter und ich unsere Nacht in Schichten eingeteilt. Heute schiebe ich Dienst von 23 Uhr bis 3 Uhr. Meine Frau, meine Schwiegermutter und glücklicherweise auch mein Baby schlafen vor. Ich lege mich pathetisch auf die Couch vor dem Fernseher. Ein einzigartiger Moment, erhaben wie das Betreten eines Porsche-Centers. Schon um Mitternacht bin ich wieder in der alten Form vor meiner Ehe: Ich spiele auf der Fernbedienung wie Mozart auf dem Pianoforte. Plötzlich, bei 140 Bildern pro Minute: hüpfende Brüste. Hüpfende Brüste?
Marsch, marsch zurück auf Kabel 1. Tatsächlich: hüpfende Brüste. Sogar mit einer Frau dran. Sie reitet falsch herum auf einem leicht verfetteten Bodybuilder mit der Hautfarbe eines Goldbroilers. Im Fachjargon heißt diese Stellung „reverse cowboy“ und das bunte Kopftuch des Mannes, das er neben den Lederstiefeln nicht ausgezogen hat, „Bandana“. Zum Piraten fehlt dem Berittenen allerdings die Augenklappe und vielleicht ein Holzbein (ein in der Geschichte der Pornografie deutlich unterschätztes Spielzeug).
Ich bin ein wenig spät dran. Die Protagonistin täuscht gerade ihren Orgasmus vor, dann nimmt der Film seinen filigranen Handlungsfaden wieder auf. Der Inhalt des Werks ist schnell erklärt: zwei Blondinen (gespielt von Stormy Daniels und Jessica Drake, beide preisgekrönte Erotikdarstellerinnen, die beim Label Wicked Pictures unter Vertrag stehen) wissen, wo Diebesgut versteckt ist. Weil sie aber Blondinen sind, brauchen sie bei der Suche Hilfe von Männern und haben mit fast jedem, den Sie treffen, aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen, Sex.
Zwei Blondinen und viel Sex
Der Film „Highway Ladies“, das wird nach zehn etwas schleppenden Minuten ohne Sexszenen klar, glänzt nicht durch seine Dialoge. Nicht umsonst heißen die Sprechteile auf den Erotikdrehs „Comedy“. Als die Sexszene dramatisch vorbereitet wird, kommt tatsächlich wieder Humor in die Sache: Blondine 1 liegt mit Blondine 2 im Motelbett. Sie haben sich irgendwie strafbar gemacht. Blondine 1: „Oh Gott, ich habe Angst ins Gefängnis zu kommen!“ Blondine 2: „Wenn ich schon ins Gefängnis komme, dann will ich vorher wenigstens das hier machen...“. Blondine 2 zieht sich das Oberteil aus und küsst Blondine 1 auf den Mund, um anschließend ein interaktives Intimhygiene-Ritual mit ihrer Silikonbusenfreundin zu zelebrieren.
Das ganze fühlt sich an wie ein Porno, aber man sieht nichts. Es ist immer ein Kopf, ein Bein oder ein Cowboyhut dazwischen. Bestimmt gibt es neben dieser Softcore-Version eine Hardcore Variante für das Hotelfernsehen. Auch im Erotikbusiness wird auf Kosteneffizienz geachtet. Ich frage mich, ob sie die Szenen zweimal drehen. Einmal mit Kopf zwischen Kamera und Schritt und einmal ohne oder ob sie mit zwei Kameras aus verschiedenen Perspektiven schießen.
Ich denke kurz an meine Schwiegermutter im Nebenzimmer und studiere mit diebischer Freude die bilaterale Auslotung des gleichschenkligen Dreiecks weiter. Das Ganze erinnert mich ein wenig an meine Jugend mit RTL. Das Privatfernsehen war noch in den Kinderschuhen, ich trug „Adidas Samba“ (damals waren sie noch nicht cool) und wohnte bei meinen Eltern.
Drei Jungs und kaum Sex
Ich habe nachgeguckt: Es war der 28. Mai 1993, als der erste Teil des „Eis am Stiel“-Zyklus zum ersten Mal ungekürzt auf RTL lief. Fünfzehn Jahre nach dem furiosen Start in Deutschland eilte der erfolgreichsten europäischen Sexkomödie ein unglaublicher Ruf voraus. Das Erfolgsrezept: Sex ohne Reue. Kein Jugendlicher brauchte sich fürs Zuschauen schämen. Denn nach der gleichen merkwürdigen Logik, durch die der Playboy mit Interviews zum Herrenmagazin wird, machte die Prise Teenie-Humor „Eis am Stiel“ zur gesellschaftlich akzeptierten Witzvorlage. Allein die ersten fünf Teile der Low-Budget-Produktion spielten sensationelle 70 Millionen Mark ein. Der Film schoss auf die Nummer Zwei der deutschen Kinocharts (Nummer Eins: „Staying Alive“ mit John Travolta) und hielt sich in einem sonst schleppenden Sommergeschäft monatelang in 60 deutschen Kinos gleichzeitig. Bei der Berlinale wird der Film bejubelt (Friedrich Luft, der damalige Nestor der Kinokritik, in „Die WELT“: „Siehe da: Auf dem Festival ein, wenn man so sagen darf, bumsfideler Schulbubenreport aus (ausgerechnet!) Israel.“) Schließlich wird der Streifen bei den Golden Globes als „Bester ausländischer Film“ nominiert.
Bei so viel Kult wetzte ich an diesem historischen Freitag während des gesamten heute-Journals die Ledercouch mit meinem Hintern ab. Als meine Eltern dann um 22.30 Uhr endlich ins Bett gegangen waren, zappte ich auf RTL. Nicht ohne zu checken, dass zur gleichen Zeit „Redwing – Flucht vor den Droiden“ im ZDF lief. Ich las mir die Inhaltsangabe dieses Qualitätsknallers im Öffentlichen-Rechtlichen durch, falls sich mein Vater von Schlafstörungen geplagt noch einmal neben mich setzen sollte.
Dann kam – wie so häufig in der Pubertät - die Realität. Auch die Handlung von „Eis am Stiel“ oder „Eskimo Limon“, so der israelische Originaltitel, ist schnell erzählt: Drei Jugendliche im Israel der 50er (gestylt wie ein gefühltes Amerika, nur dass die Coke-Plakate mit hebräische Buchstaben beschrieben wurden) sind ständig auf der Suche nach Sex. Mit unterschiedlichem Erfolg: Der schöne, unsympathische Momo (Jonathan Segall) sticht immer. Der schüchterne, sympathische Benny (Yftach Kazur) kommt immerhin, wenn auch nur bis kurz davor. Und der lustige, dicke Johnny (Zachi Noy) steht im Zweifelsfall nackt in Wartepostion auf dem Balkon und wird dann vom zurückkehrenden Ehemann verprügelt. Ansonsten vermisst er – wie sich das für den lustigen Dicken gehört – die männlichen Geschlechtsteile der ganzen Klasse (das Ergebnis soll nicht vorenthalten werden: der Streber hat den längsten).
Mein ganzes Leben ein Porno
Nach einem anekdotenhaften Einstieg (Tolle kämmen und baggern im Eiscafe) nimmt die Story Fahrt auf, als sich Benny in die Schönste auf dem Schulhof verliebt, aber sein Kumpel Momo sie schwängert und sie anschließend fallen lässt. Der sensible Benny schmeißt sich daraufhin an sie ran, besorgt eine Ausrede, eine Bleibe und Geld für die Abtreibung. Nach dem erfolgreichen Eingriff kommen sie sich, wie man so schön sagt, näher, und endlich gibt es Sex, wie man ihn sich für seine Tochter beim ersten Mal wünscht. Der wird ärgerlicherweise nicht gezeigt. Das Ende ist tragisch wie das Leben eines Teenagers: Bei der ersten Party kommt das Mädchen wieder mit dem Blödmann zusammen und das Goldarmbändchen mit eingravierten Namen ist völlig umsonst gekauft. Benny entschwindet als James Dean-Karikatur mit hochgeschlagenem Hemdkragen zum Song „Lonley“ (ja, die Originalversion des nervigen Klingelton-Hits) in die Nacht.
Aber das wollte ich natürlich alles nicht sehen. Ich war auf Sex aus. Nächtlichen Sex im Schmuddel-TV, während meine Eltern oben im Schlafzimmer friedlich schliefen, damit sie am Montag wieder auf grundehrliche Weise Geld verdienen konnten. Aber was „Eis am Stiel“ lieferte, war mehr als enttäuschend: Erster Sex mit einer abgetakelten Prostituierte, die mit ihrer mütterlichen Unfreundlichkeit die ohnehin nur homöopathische Dosis Erotik neutralisierte. Eine herbstliche Matrone nackt im Lotterbett - vor dem Schlafzimmer schnattern wie die Pinguine auf dem Juxfelsen die Hauptdarsteller in Unterhosen und warten brav bis sie an der Reihe sind. Auf dem Höhepunkt des Films zieht dann endlich die Schönste aus Klasse blank. Allerdings tut sie das ausgerechnet auf dem Behandlungsstuhl des mürrischen Gynäkologen, der ihr Kind abtreiben wird. In meinen Erinnerungen blieb unter dem Strich vor allem der nackte Hintern des lustigen Dicken und seine elefantöse Feinripp-Unterhose hängen. So weit, so schlecht. Bald schaltete ich auf „Redwing – Flucht vor den Droiden“ um.
Plötzlich jammert meine Tochter ein wenig und meine Schwiegermutter erscheint in der Tür. „Kann ich helfen?“ Ich wechsle blitzschnell auf ZDF. „Nein, nein, geht schon“, sage ich ein bisschen zu hastig. Tatsächlich beruhigt sich meine Tochter von selber. Nur ein Alptraum. Im ZDF läuft ein Krimi. Den schaue ich mir meinem Alter entsprechend an. Schließlich ist mein ganzes Leben ein Porno. Allerdings ohne Sex. Aber die Längen zwischen der Action, die kenne ich gut. Leider habe ich keinen Jungen. Ich könnte beruhigt sein. Er hätte eine bessere Zukunft vor sich als ich. Zumindest, was das Erotikprogramm im TV angeht.
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Endlich bin ich wieder der Herr über die Fernbedienung. Weil meine neue Tochter nicht so viel vom Schlafen hält, haben meine Frau, meine Schwiegermutter und ich unsere Nacht in Schichten eingeteilt. Heute schiebe ich Dienst von 23 Uhr bis 3 Uhr. Meine Frau, meine Schwiegermutter und glücklicherweise auch mein Baby schlafen vor. Ich lege mich pathetisch auf die Couch vor dem Fernseher. Ein einzigartiger Moment, erhaben wie das Betreten eines Porsche-Centers. Schon um Mitternacht bin ich wieder in der alten Form vor meiner Ehe: Ich spiele auf der Fernbedienung wie Mozart auf dem Pianoforte. Plötzlich, bei 140 Bildern pro Minute: hüpfende Brüste. Hüpfende Brüste?
Marsch, marsch zurück auf Kabel 1. Tatsächlich: hüpfende Brüste. Sogar mit einer Frau dran. Sie reitet falsch herum auf einem leicht verfetteten Bodybuilder mit der Hautfarbe eines Goldbroilers. Im Fachjargon heißt diese Stellung „reverse cowboy“ und das bunte Kopftuch des Mannes, das er neben den Lederstiefeln nicht ausgezogen hat, „Bandana“. Zum Piraten fehlt dem Berittenen allerdings die Augenklappe und vielleicht ein Holzbein (ein in der Geschichte der Pornografie deutlich unterschätztes Spielzeug).
Ich bin ein wenig spät dran. Die Protagonistin täuscht gerade ihren Orgasmus vor, dann nimmt der Film seinen filigranen Handlungsfaden wieder auf. Der Inhalt des Werks ist schnell erklärt: zwei Blondinen (gespielt von Stormy Daniels und Jessica Drake, beide preisgekrönte Erotikdarstellerinnen, die beim Label Wicked Pictures unter Vertrag stehen) wissen, wo Diebesgut versteckt ist. Weil sie aber Blondinen sind, brauchen sie bei der Suche Hilfe von Männern und haben mit fast jedem, den Sie treffen, aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen, Sex.
Zwei Blondinen und viel Sex
Der Film „Highway Ladies“, das wird nach zehn etwas schleppenden Minuten ohne Sexszenen klar, glänzt nicht durch seine Dialoge. Nicht umsonst heißen die Sprechteile auf den Erotikdrehs „Comedy“. Als die Sexszene dramatisch vorbereitet wird, kommt tatsächlich wieder Humor in die Sache: Blondine 1 liegt mit Blondine 2 im Motelbett. Sie haben sich irgendwie strafbar gemacht. Blondine 1: „Oh Gott, ich habe Angst ins Gefängnis zu kommen!“ Blondine 2: „Wenn ich schon ins Gefängnis komme, dann will ich vorher wenigstens das hier machen...“. Blondine 2 zieht sich das Oberteil aus und küsst Blondine 1 auf den Mund, um anschließend ein interaktives Intimhygiene-Ritual mit ihrer Silikonbusenfreundin zu zelebrieren.
Das ganze fühlt sich an wie ein Porno, aber man sieht nichts. Es ist immer ein Kopf, ein Bein oder ein Cowboyhut dazwischen. Bestimmt gibt es neben dieser Softcore-Version eine Hardcore Variante für das Hotelfernsehen. Auch im Erotikbusiness wird auf Kosteneffizienz geachtet. Ich frage mich, ob sie die Szenen zweimal drehen. Einmal mit Kopf zwischen Kamera und Schritt und einmal ohne oder ob sie mit zwei Kameras aus verschiedenen Perspektiven schießen.
Ich denke kurz an meine Schwiegermutter im Nebenzimmer und studiere mit diebischer Freude die bilaterale Auslotung des gleichschenkligen Dreiecks weiter. Das Ganze erinnert mich ein wenig an meine Jugend mit RTL. Das Privatfernsehen war noch in den Kinderschuhen, ich trug „Adidas Samba“ (damals waren sie noch nicht cool) und wohnte bei meinen Eltern.
Drei Jungs und kaum Sex
Ich habe nachgeguckt: Es war der 28. Mai 1993, als der erste Teil des „Eis am Stiel“-Zyklus zum ersten Mal ungekürzt auf RTL lief. Fünfzehn Jahre nach dem furiosen Start in Deutschland eilte der erfolgreichsten europäischen Sexkomödie ein unglaublicher Ruf voraus. Das Erfolgsrezept: Sex ohne Reue. Kein Jugendlicher brauchte sich fürs Zuschauen schämen. Denn nach der gleichen merkwürdigen Logik, durch die der Playboy mit Interviews zum Herrenmagazin wird, machte die Prise Teenie-Humor „Eis am Stiel“ zur gesellschaftlich akzeptierten Witzvorlage. Allein die ersten fünf Teile der Low-Budget-Produktion spielten sensationelle 70 Millionen Mark ein. Der Film schoss auf die Nummer Zwei der deutschen Kinocharts (Nummer Eins: „Staying Alive“ mit John Travolta) und hielt sich in einem sonst schleppenden Sommergeschäft monatelang in 60 deutschen Kinos gleichzeitig. Bei der Berlinale wird der Film bejubelt (Friedrich Luft, der damalige Nestor der Kinokritik, in „Die WELT“: „Siehe da: Auf dem Festival ein, wenn man so sagen darf, bumsfideler Schulbubenreport aus (ausgerechnet!) Israel.“) Schließlich wird der Streifen bei den Golden Globes als „Bester ausländischer Film“ nominiert.
Bei so viel Kult wetzte ich an diesem historischen Freitag während des gesamten heute-Journals die Ledercouch mit meinem Hintern ab. Als meine Eltern dann um 22.30 Uhr endlich ins Bett gegangen waren, zappte ich auf RTL. Nicht ohne zu checken, dass zur gleichen Zeit „Redwing – Flucht vor den Droiden“ im ZDF lief. Ich las mir die Inhaltsangabe dieses Qualitätsknallers im Öffentlichen-Rechtlichen durch, falls sich mein Vater von Schlafstörungen geplagt noch einmal neben mich setzen sollte.
Dann kam – wie so häufig in der Pubertät - die Realität. Auch die Handlung von „Eis am Stiel“ oder „Eskimo Limon“, so der israelische Originaltitel, ist schnell erzählt: Drei Jugendliche im Israel der 50er (gestylt wie ein gefühltes Amerika, nur dass die Coke-Plakate mit hebräische Buchstaben beschrieben wurden) sind ständig auf der Suche nach Sex. Mit unterschiedlichem Erfolg: Der schöne, unsympathische Momo (Jonathan Segall) sticht immer. Der schüchterne, sympathische Benny (Yftach Kazur) kommt immerhin, wenn auch nur bis kurz davor. Und der lustige, dicke Johnny (Zachi Noy) steht im Zweifelsfall nackt in Wartepostion auf dem Balkon und wird dann vom zurückkehrenden Ehemann verprügelt. Ansonsten vermisst er – wie sich das für den lustigen Dicken gehört – die männlichen Geschlechtsteile der ganzen Klasse (das Ergebnis soll nicht vorenthalten werden: der Streber hat den längsten).
Mein ganzes Leben ein Porno
Nach einem anekdotenhaften Einstieg (Tolle kämmen und baggern im Eiscafe) nimmt die Story Fahrt auf, als sich Benny in die Schönste auf dem Schulhof verliebt, aber sein Kumpel Momo sie schwängert und sie anschließend fallen lässt. Der sensible Benny schmeißt sich daraufhin an sie ran, besorgt eine Ausrede, eine Bleibe und Geld für die Abtreibung. Nach dem erfolgreichen Eingriff kommen sie sich, wie man so schön sagt, näher, und endlich gibt es Sex, wie man ihn sich für seine Tochter beim ersten Mal wünscht. Der wird ärgerlicherweise nicht gezeigt. Das Ende ist tragisch wie das Leben eines Teenagers: Bei der ersten Party kommt das Mädchen wieder mit dem Blödmann zusammen und das Goldarmbändchen mit eingravierten Namen ist völlig umsonst gekauft. Benny entschwindet als James Dean-Karikatur mit hochgeschlagenem Hemdkragen zum Song „Lonley“ (ja, die Originalversion des nervigen Klingelton-Hits) in die Nacht.
Aber das wollte ich natürlich alles nicht sehen. Ich war auf Sex aus. Nächtlichen Sex im Schmuddel-TV, während meine Eltern oben im Schlafzimmer friedlich schliefen, damit sie am Montag wieder auf grundehrliche Weise Geld verdienen konnten. Aber was „Eis am Stiel“ lieferte, war mehr als enttäuschend: Erster Sex mit einer abgetakelten Prostituierte, die mit ihrer mütterlichen Unfreundlichkeit die ohnehin nur homöopathische Dosis Erotik neutralisierte. Eine herbstliche Matrone nackt im Lotterbett - vor dem Schlafzimmer schnattern wie die Pinguine auf dem Juxfelsen die Hauptdarsteller in Unterhosen und warten brav bis sie an der Reihe sind. Auf dem Höhepunkt des Films zieht dann endlich die Schönste aus Klasse blank. Allerdings tut sie das ausgerechnet auf dem Behandlungsstuhl des mürrischen Gynäkologen, der ihr Kind abtreiben wird. In meinen Erinnerungen blieb unter dem Strich vor allem der nackte Hintern des lustigen Dicken und seine elefantöse Feinripp-Unterhose hängen. So weit, so schlecht. Bald schaltete ich auf „Redwing – Flucht vor den Droiden“ um.
Plötzlich jammert meine Tochter ein wenig und meine Schwiegermutter erscheint in der Tür. „Kann ich helfen?“ Ich wechsle blitzschnell auf ZDF. „Nein, nein, geht schon“, sage ich ein bisschen zu hastig. Tatsächlich beruhigt sich meine Tochter von selber. Nur ein Alptraum. Im ZDF läuft ein Krimi. Den schaue ich mir meinem Alter entsprechend an. Schließlich ist mein ganzes Leben ein Porno. Allerdings ohne Sex. Aber die Längen zwischen der Action, die kenne ich gut. Leider habe ich keinen Jungen. Ich könnte beruhigt sein. Er hätte eine bessere Zukunft vor sich als ich. Zumindest, was das Erotikprogramm im TV angeht.
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